Gerundien und Partizipien unterscheiden sich nicht in der Form, sehr wohl aber in der grammatikalischen Funktion.

Der englische Ausdruck gerund ist sogar etymologisch richtig, was nicht selbstverständlich ist, denn das französische gérondif wie auch das spanische gerundio haben genau genommen mit dem lateinischen Gerundium nichts gemein. Das englische gerund wie auch das lateinische Gerundium, vom dem sich der englische Ausdruck ableitet, ist ein Verbalsubstantiv.

Sein verbaler Charakter zeigt sich insbesondere durch diese Merkmale.

Übersicht
Ein gerund beschreibt - wie ein Verb - eine Handlung.
Es kann ein Objekt haben und von adverbialen Bestimmungen und Adverbien begleitet werden.
Eating an apple is a good idea.
Eating fast is not a good idea.

Sein substantivischer Charakter zeigt sich insbesondere durch diese Merkmale.

Übersicht
Ein gerund kann sowohl als Subjekt als auch als Objekt fungieren.
Eating is not always a good idea. => Essen ist nicht immer eine gute Idee. (Subjekt)
He enjoyed driving a fast car. => Er genießt es, ein schnelles Auto zu fahren. (Objekt)

Das present participle ist ein Adverb / eine adverbiale Bestimmung oder ein Adjektiv, nimmt also grammatikalisch eine völlig andere Funktion ein. Die Übertragung ins Deutsche kann meistens mit einem Partizip Präsens erfolgen.

Present participle als Adverb
Crying he left the room. => Weinend verließ er den Raum. (Adverb)
Present participle als Adjektiv
The laughing man is crossing the street. => Der lachende Mann geht über die Straße. (Adjektiv)

Sowohl das gerund wie auch das present participle können, neben den oben genannten Funktionen (Adverb, Adjektiv, substantiviertes Verb) auch Nebensätze vertreten, wie wir in den folgenden Kapitel sehen werden.