Eingangs haben wir die Problematik der Zeitenfolge schon diskutiert. Aufgrund der Komplexität der Zusammenhänge, stellen wir sie nun noch einmal graphisch dar.

Wird eine Handlung lediglich referiert, ist also niemand involviert, der die Handlung mental durchdringt oder berichtet (jemand berichtet, dass ein anderer sagt, meint, äußert etc.) dann sind die Verhältnisse einfach, es gelten ausschließlich die Regeln, die in den Kapiteln zu den Zeiten vorgestellt wurden. Wir haben es dann mit Sätzen dieses Typs zu tun.

Beispiele
Er kletterte auf die Leiter und fiel herunter.
= He climbed the ladder and fell down.
Er war im Krankenhaus, weil er von der Leiter gefallen war.
= He was in hospital because he had fallen down the ladder.
Wenn er die auf die Leiter klettert, wird er sicher herunterfallen.
= If he climbs the ladder he sure is going to fall down.
Wenn er nicht auf die Leiter geklettert wäre, wäre er nicht heruntergefallen.
= If he hadn't climbed the ladder he wouldn't have fallen down.
Morgen wird er ein gebrochenes Bein haben, weil er auf die Leiter klettern wird.
= Tomorrow he will have a broken leg, because he will climb the ladder.

Wird aber die Handlung mental durchdrungen oder berichtet, dann sind die Ereignisse auf der Zeitschiene neu zu verankern. Es ist dann zu klären, ob sich die Ereignisse vor, gleichzeitig oder nachzeitig zur mentalen Durchdringung ereignet haben.

Beispiele
Ich denke, also bin ich. = I think and therefore I am.
Ich dachte, also war ich. = I thought and therefore I was.
Ich dachte, also war ich gewesen. = I thought and therefore I had been.
Ich denke, also werde ich sein. = I think and therefore I will be.
Ich dachte, also würde ich sein. = I thought and therefore I would be.
Ich denke, also war ich. = I think and therefore I was.

Wie man sieht, haben wir hier ein Problem. Es ist zu klären, ob sich die Ereignisse vor, gleichzeitig oder nachzeitig zur mentalen Durchdringung ereignet haben. Wir diskutieren jetzt den Fall, dass ein Ereignis als mental vorgestellter Prozess zu beschreiben ist. Klar ist jedoch, dass die Problematik bei der indirekten Rede völlig identisch ist.

Fall I: Die Zeitenfolge ist unabhängig vom Verhältnis der Person zur Handlung
1) You smoke so many cigarettes that you will fall ill of cancer.
2) You have smoked so many cigarettes that you are ill of cancer now.
3) If you are going to smoke cigarettes, you will fall ill of cancer.
Fall II: Die Zeitenfolge in Abhängigkeit des Verhältnisses des Sprechers zum Zeitpunkt der Handlung
1.a) I always thought that you smoke so many cigarettes that you would fall ill.
1.b) I will think that you have smoked so many cigarettes that you fell ill of cancer.
1.c) I think that you smoke so many cigarettes that you will fall ill of cancer.
2.a) I thought that you had smoked so many cigarettes that you are sick of cancer.
2.b) I will think that you have smoked so many cigarettes that you are ill with cancer.
2.c) I think that you have smoked so many cigarettes that you are ill with cancer now.
3.a) I thought if you are going to smoke so many cigarettes you will fall ill of cancer.
3.b) I will think that when you are going to smoke cigarettes, you will fall ill of cancer.
3.c) I think that when you are going to smoke cigarettes you will fall ill of cancer.

Wenn das einleitende Verb im Präsens steht, so gibt es keinen Unterschied zwischen dem Fall I und dem Fall II (gemeint sind die Fälle Fall II , 1.c), 2. c), 3.c). Hierbei ist zu beachten, dass unter Präsenszeiten das simple present, das present perfect, das Futur I und das Futur II zu verstehen sind.

Wenn das einleitende Verb im Präteritum steht, gibt es einige Dinge zu beachten. Vergangenheitszeiten sind: Das simple past, das past perfect, das Konditional I und das Konditional II.

Beispiele
Sie kaufen ein Auto. = They buy a car.

Aus didaktischen Gründen stehen die deutschen Sätze nicht im Konjunktiv. Die didaktisch motivierte Übersetzung mit dem Indikativ anstatt des im Deutschen üblichen Konjunktivs entspricht der englischen Systematik.

Die Zeiten sind zu ändern, wenn das einleitende Verb im Präteritum steht
Die Handlung ist vor der Beteiligung der Person.
Er glaubte, sie hatten ein Auto gekauft. = He thought that they had bought a car.
Die Handlung ist gleichzeitig mit der Beteiligung der Person.
Er glaubte, sie kauften ein Auto. = He thought that they bought a car.
Die Handlung ist nach dem Beginn der Beteiligung der Person.
Er glaubte, sie würden ein Auto kaufen. = He thought that they would buy a car.

Wird ein Ereignis beschrieben, dass zur mentalen Durchdringung vorzeitig ist, so ist das past perfect zu verwenden. Ist die Beteiligung gleichzeitig zur mentalen Durchdringung, so verwendet man das simple past. Handelt es sich um eine Handlung, die nach der mentalen Durchdringung vollzogen wird, so wird der Konditional verwendet.

Überblick
Präsens simple present
present perfect
be-going-to-future
future I
future II
Die Zeitenfolge ist wie bisher beschrieben.
Präteritum simple past
past perfect
conditional
Handlung vor der mentalen Durchdringung: past perfect (continuous)
Handlung gleichzeitig zur mentalen Durchdringung: simple past (continuous)
Handlung nach der mentalen Durchdringung, nicht beendet: conditional I
Handlung nach der mentalen Durchdringung, beendet: conditional II

Wenn man es genau betrachtet, gibt es keinen Unterschied zwischen der indirekten Rede und der durch die von der mentalen Durchdringung (denken, wünschen, hoffen, fürchten etc.) erzwungenen Zeitenfolge. Die Veränderungen sind die gleichen.

simple past, past perfect oder conditional
Verbform der direkten Rede Verbform der Indirekten Rede
simple present (Präsens) = Gleichzeitigkeit simple past (Präteritum, Imperfekt)
present perfect (Perfekt) = Vorzeitigkeit past perfect (Plusquamperfekt)
simple past (Präteritum, Imperfekt) = Vorzeitigkeit past perfect (Plusquamperfekt)
past perfect (Plusquamperfekt) = Vorzeitigkeit past perfect (Plusquamperfekt)
Futur I = Nachzeitigkeit Konditional I
Futur II = Nachzeitigkeit Konditional II

Und abschließend vielleicht noch eine Bemerkung. Die Systematik des Englischen ist typisch, auch die romanischen Sprachen und wohl die meisten Sprachen konstruieren so. Untypisch ist die deutsche Lösung. Es macht also Sinn, sich die Zusammenhänge einmal zu vergegenwärtigen, denn fast alles Sprachen folgen diesem Muster.