Zahlreiche Verben haben selbst keine semantische Bedeutung, beschreiben also keine Tätigkeit, sondern lediglich die Beziehung des Ausführenden zur ausgeführten Tätigkeit. Modalverben zum Beispiel beschreiben die Dringlichkeit einer Tätigkeit (er muss / kann / soll es machen) oder die Wahrscheinlichkeit einer Aktion (es kann sein) oder auch die Intention des Ausführenden (er will / möchte es machen).

Beispiele
Ich kann Eis essen. Ich kann schwimmen.
Ich darf Eis essen. Ich darf schwimmen.
Ich muss Eis essen. Ich muss schwimmen.
Ich soll Eis essen. Ich soll schwimmen.

Es ist wohl klar, dass diese Sätze unterschiedlich sind. Ob man ein Eis essen muss oder eines essen darf ist nicht wirklich das gleiche. Das Beziehung des Subjektes zur der durch das Vollverb essen beschriebenen Tätigkeit ist höchst unterschiedlich. Die Hauptverben sind essen und schwimmen. Wie sich jedoch das Subjekt zu der jeweiligen Tätigkeit stellt, wird über das Hilfsverb beschrieben.

Auch Zeitformen werden mit Hilfsverben gebildet:

Beispiele
Ich werde Eis essen. Ich werde schwimmen.
Ich habe Eis gegessen. Ich bin geschwommen.
Ich hatte Eis essen. Ich war geschwommen.

Der inhaltliche (oder auch semantische) Wert dieser Verben liegt also nicht darin, eine Tätigkeit zu beschreiben, sondern die Umstände dieser Tätigkeit. Es sind zwei Arten von Hilfsverben zu unterscheiden:

Die Unvollständigen (oder Modalen) Hilfsverben (können, sollen, müssen etc.) und die Vollständigen Hilfsverben (für die Zeitenbildung).

Mit den Zeitformen beschäftigen sich die einzelnen Kapitel zu den Zeitformen. Hier soll es zunächst um die anderen Funktionen der Hilfsverben gehen.